Videos von vier- und zweibeinigen Schülern

 

 

>> Auf der Facebook-Seite werden auch immer wieder Videos vom Training gepostet. <<

 

Videos zu verschiedenen Themen der Arbeit rund ums Schaf

Oft ist gar nicht klar, welche Aufgaben ein Koppelgebrauchshund und welche ein Hütehund macht, der im klassischen deutschen Stil arbeitet. Daher habe ich als Ergänzung zu einem tollen Video, das ich über die ursprüngliche Hütearbeit bei YouTube gefunden habe, eins über Koppelgebrauchsarbeit gemacht. Hier die Links zu beiden Videos:

Ein großer "Streitpunkt" zwischen Hund und Mensch bei der Ausbildung am Vieh ist häufig der Stopp. Es kommt auch in diversen Facebook-Gruppen immer wieder die Fragestellung auf, wie man dass denn übe könne, der Hund würde einfach nicht stoppen! Was man sich erst Mal klar machen muss: Um was geht es eigentlich genau? Soll der Hund egal wann und wie die Brust auf den Boden pressen, wenn ich ein Signal gebe? Ganz egal was mit den Schafen ist, ob die davon laufen oder nicht? Viele wollen genau das (wirklich?) und trainieren das so. Oft über viel Druck, denn das Weglaufen lassen der Schafe geht komplett gegen die Genetik des Hundes. Und ganz nebenbei: Gegen meine Grundsätze auch. Es wird sich nämlich später gewundert, warum der Hund Schafe weglaufen lässt, wenn man ihn stoppt ... meine Hunde sollen immer ihre Position so verändern, dass ihnen die Schafe nicht außer Kontrolle geraten. Egal, was ich gerade eben gesagt habe. (Es gibt später ein Kommando, mit dem ich den Hund sofort komplett aus der Arbeit nehmen kann. Das braucht aber viel Vertrauen und ist nichts für das Training eines Anfängerhundes.)
Für meine Hunde und die Hunde, die bei mir ausgebildet werden, hat das Stopp eine ganz andere Bedeutung. Es bedeutet, dass der Hund die Schafe langsamer machen oder sogar anhalten soll. Später werden da Nuancen herausgearbeitet, aber von der Basis bedeutet es: Wenn der Mensch die Schafe anhält, dann beantworte das mit entsprechendem Verhalten und passe Dich an! Das ist nicht der erste Schritt im Anfängertraining, sondern schon der ... mmh, ja, wievielte eigentlich? Also, auf jeden Fall läuft da vorher schon einiges. Das Stoppen fange ich erst an zu üben, wenn der Hund sich so weit eingefunden hat, dass er mein Verhalten gegenüber den Schafen zu einem hohen Prozentsatz korrekt beantworten kann. Das, was ich mit den Schafen mache, soll der Hund mitarbeiten. Dabei helfe ich dem Hund aber ebenfalls immer die Kontrolle über die Schafe zu behalten. Ich verfolge also mit ihm zusammen das selbe Ziel und, ich bestimme aber, was mit dem Vieh passiert - wo es hin soll, wo es stehen soll, wo es hinbewegt wird. Der Hund darf und soll helfen. Das fördert meiner Erfahrung nach die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Hund und führt zu einem stressfreien Aufbau des Stopps. Gerade in der letzten Zeit habe ich einige Anfänger im Training, die das Stoppen in der Basis erabeitet haben und so weit sind, das Signal eingeführt zu haben. Natürlich läuft nicht immer alles rund, aber es fällt auf, dass die Hunde sofort zur Ruhe kommen und stoppen, wenn es mal turbulent herging. Diese Hunde stoppen selbst nach sehr aufregenden Sequenzen sofort und sauber. Das zeigt, wie gut es sitzt und wie wohl sich die Hunde dabei fühlen. Es ist eine Komfortsituation: Volle Kontrolle über die Schafe. In Kooperation.
Hier ein Video vom allerersten Schritt das Stoppen einzubauen. Ein Signal kommt da noch nicht drauf, dafür ist das noch viel zu wackelig. Das gibt es erst, wenn ich in unterschiedlichen Situationen eine Erfolgsquote von mindestens 80% beim Anhalten habe.

Wenn ein Hund Schafe in Bewegung setzen soll, dann braucht das je nach Verhalten der Schafe mehrere Schritte. Leo und Joy zeigen hier beim Beginn des Wegtreibens schön die einzelnen Elemente. Zunächst müssen die grasenden Schafe den Hund wahrnehmen und dann den Kopf heben. Das ist der Augenblick in dem Joy richtigerweise das Tempo noch mal runternimmt, weil die Schafe sich nun herumdrehen müssen, damit sie überhaupt losgehen können. Dann schiebt sie die Tiere ruhig, aber bestimmt los. So wünscht man sich das. Hier sehen wir diese Situation im Wegtreiben. Vorher bringt man dem Hund das souveräne Anbewegen am besten im Nachtreiben in unterschiedlich schwierigen Situationen bei, weil man so das Training besser begleiten kann. Ich erlebe immer wieder Hunde, die ihre Flanken eng reinziehen und damit die Schafe in Bewegung setzen, weil sie nie gelernt haben wie man Schafe so anbewegt wie man auf diesem Video sieht. Sie behelfen sich mit einem Losschubsen aus der Flanke und schließen sich dann an die losgelaufenen Schafe an. Nun könnte man sagen: Macht ja nix, funktioniert ja auch. Aber ein Losschubsen aus der Flanke bringt immer viel Unruhe rein und der Hund kann die Schafe damit nicht präzise lenken. Es ist ungenau und oft werden die Schafe dadurch sofort recht schnell. In manchen Fällen ist es tatsächlich sinnvoll, dass der Hund Schafe auch "im Vorbeilaufen" in Bewegung setzen kann - zum Beispiel bei einer großen Herde. Aber auch dort brauche ich in Situationen wo die Schafe sauber eingefädelt werden müssen einen Hund, der das Anbewegen auf den Punkt gelernt hat und kann. Man muss dem Hund also beides beibringen.